Helga Köhne aus Zetel ist im letzten Jahr am 17.06.14 mit 76 Jahren verstorben. Sie war die Kräutermutter des Nordens und eine ganz besondere Frau. Gern möchte ich meine erste Begegnung mit ihr mit Euch teilen.

Die ersten Begegnungen mit Helga

Mit einer Kräuterwanderung im Frühjahr 2008, welche ich in der VHS gebucht hatte, nahm der Weg einen tollen Lauf.

Tanja Michaela Meyer von der heutigen Heilpflanzenschule Terra Arcanum führte diese Wanderung. Ich weiß noch, wie begeistert ich war und mich freute, dass ich mich für diesen Kurs angemeldet hatte. Gegen Ende der Führung sprachen die Teilnehmer/innen mit Tanja über Helga Köhne, von der ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts gehört hatte. Obwohl, so ganz stimmte es nicht. Ich las einige Tage vorher in einem Wochenblatt einen Artikel über sie aber es war nicht der Name, der sich einprägte, es war eher dieses Foto mit dem Kopftuch von ihr oder war es das plattdeutsche „All’ns vör use Döör“?

Ich weiß es nicht. Als sich so angeregt über sie unterhalten wurde, sagte mir irgendwas, das kann doch nur die  Frau mit dem Kopftuch sein. Also fragte ich:“Redet ihr von der Frau, die in der Zeitung war, die mit dem Kopftuch?“ Ja, genau Helga Köhne, die kommt ins PFL und zeigt ihren Film „All’ns vör use Dörr“. Da war mir klar, den muss ich sehen.

Als ich mir an dem Abend den Film anschaute und sie danach noch Rede und Antwort stand, war ich hin und weg. Völlig erfüllt aber auch entfacht fuhr ich nach Hause.

Ich hatte  so ein Bedürfnis noch mehr über die Pflanzenwelt zu erfahren, dass ich am liebsten bei "Frau Holle" eingezogen wäre.  Ich schüttele Deine Betten aus und Du zeigst mir die Welt der Kräuter. Das wäre toll! Ich wusste letztendlich, dass ich Mann und Kinder nicht mal eben für eine Zeit verlassen konnte, aber man durfte doch mal träumen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und rief Helga an. Eine sehr freundliche und offene Stimme sprach am anderen Ende der Leitung. Ich erzählte ihr von dem Film und wie begeistert ich war. Sie merkte mir meine Begeisterung auch an und lud mich ein sie zu besuchen.

Mit einem kleinen Blumenstrauß vom Bauernmarkt machte ich mich einige Wochen später auf den Weg. In Zetel angekommen, parkte ich direkt vor ihrem Tor und merkte, dass die Tür verschlossen war und ich nicht rein kam. Kurz darauf kam Helga schon raus und öffnete mir. Mit einem kleinen Spruch von ihr nahm sie den Strauß entgegen und wir gingen gemeinsam rein.

In ihrer kleinen Küche angekommen, stand ein kleiner Tisch vor ihrem Fenster, es waren diese alten Fenster mit kleinen Sprossen, vor denen Tinkturen und Angesetztes in verschiedenen Flaschen standen.

Ihre Küche war dunkel aber urgemütlich. Es war ein bisschen, wie in einem kleinen Hexenhaus. Überall in den Regalen standen Gefäße und Gläser mit ihren Zauberkräutern. Sie fragte mich, was ich denn jetzt gebrauchen könnte, etwas zum wach werden? Und so mischte sie mir einen Tee zusammen. Dann verschwand sie in ihrem kleinen Kämmerchen und brachte einige Schüsselchen mit Aufstrichen, einige Scheiben Brot dazu und ich durfte probieren. Es wurde aber nichts verraten. Ich sollte erst ganz unvoreingenommen kosten, bevor sie sagte was drin ist. Einiges schrieb ich mir auf und machte es voller Eifer zu Hause nach. Es war ein spannender, aufregender und schöner Vormittag bei ihr, der mich sehr geprägt hat. Ich telefonierte von da an öfter mal mit ihr und fragte sie um Rat.

 So möchte ich nun auch gern meinen letzten notierten Aufstrich meines letzten Besuches bei ihr weitergeben.

Rote Beete Aufstrich

Rote Beete mit Schale in einem Sud von Wasser, getrocknete Liebstöckelwurzel und etwas Salz gar kochen. Nachdem die Knollen etwas abgekühlt sind, die Schale mit einem Sparschäler schälen und sie mit einem rohen Apfel zusammen pürieren. Etwas vom Sud dazu geben. Zum Schluss mit Butter, Salz und gemahlenen Fenchelsamen würzenen. Ein köstlicher Aufstrich!!!

Liebe Helga,

Du warst unsere Kräutermutter des Nordens und ich danke Dir und dem Universum, dass ich Dir begegnet bin, denn Du hast dazu beigetragen, dass ich diesen wundervollen Weg eingeschlagen bin.  Du wirst immer in meinem Herzen sein und Dein Name wird immer wieder fallen, weil es so unglaublich ist was Du an uns weitergegeben hast.

Deine Nicola